Kurse im Oktober 2013

Kurse im Oktober 2013

Am ersten Wochenende im Oktober gab es in Greifswald gleich zwei Anlässe, um zu feiern. Zum einen haben 13 erfahrene Notärzte, 2 Pflegekräfte der Abteilung Anästhesie und Intensivmedizin sowie ein Rettungsassistent eine ITLS-Advanced Kurs abgeschlossen. Alle Teilnehmer arbeiten an der Uni Greifswald und werden im bodengebundenen Rettungsdienst und auf dem Rettungshubschrauber Christoph 47 der DRF-Luftrettung eingesetzt.
Dies war bereits der zweite Kurs, der an der UNIVERSITÄTSKLINIK GREIFSWALD durchgeführt wurde und zu einer Verbesserung der standardisierten Versorgung von Schwerverletzten beitragen soll. So trainierten die Teilnehmer während zwei anstrengenden, aber kurzweiligen Tagen, die Inhalte der S-3 Leitlinie zur Versorgung von polytraumatisierten Patienten an den „Schwerverletzten" zu bringen.
Durch die strukturierte ITLS-Untersuchung sollen die schwerletzten Patienten identifiziert werden, die zeitkritisch sind und von einem schnellen Transport profitieren. Mit Hilfe eines nach Prioritäten orientierten Behandlungsplans wird dann entschieden, welche lebensrettenden Maßnahmen noch an der Einsatzstelle durchgeführt werden müssen und welche auf dem Transport oder in der Klinik erfolgen können.
Am ersten Tag wurden in acht Skill-Stationen die einzelnen Schritte und Maßnahmen trainiert, die zur leitliniengerechten Versorgung von Schwerverletzten notwendig sind. Am zweiten Tag ging es dann für jeden Teilnehmer in fünf komplexen Szenarien, die durch realistisch geschminkte Mimen dargestellt wurden, die am Vortag trainierten Fähigkeiten in der Praxis umzusetzen. Das sechste Szenario war dann die praktische Prüfung der Teilnehmer. Im Anschluss musste noch eine 50 Fragen umfassende theoretische Prüfung abgelegt werden, um das drei Jahre gültige Zertifikat zu erhalten. Erwähnenswert sind hier vor allem auch die überdurchschnittlich sehr guten Ergebnisse der Teilnehmer.

Der zweite Grund zum Feiern war sicherlich auch die Zertifizierung der Klinik und Poliklinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin der Universitätsmedizin Greifswald als ITLS-Trainingszentrum. Dank des Engagements der lokalen Organisatoren unter Führung des Leiters des Bereichs innerklinische Notfallmedizin und Ausbildung, konnte am Ende des zweiten Tages die Urkunde über die Zertifizierung an den Direktor der Klinik Herrn Univ.-Prof. Dr. med. Michael Wendt überreicht werden. Somit gibt es jetzt das erste ITLS-Trainingszentrum, das einer Universität angeschlossen ist. Alle Beteiligten hoffen, dass auf diesem Wege das ITLS-Konzept zur Versorgung von Schwerverletzten weiter Verbreitung finden wird und somit die leitliniengerechte Versorgung dieser anspruchsvollen Patienten vorangetrieben werden kann.

Schon fast zum Standardrepertoire  gehörte am folgenden Wochenende der Advanced Kurs an der AGNF FÜRTH, bevor dann am dritten Oktoberwochenende an der MALTESER SCHULE BONN ein ITLS Advanced Kurs stattfand.
Von den 15 Teilnehmern waren 4 Notärzte, u.a. der LNA aus Bonn und 11 Rettungsassistenten von verschiedenen Hilfsorganisationen, die sich den aktuellen Herausforderungen der Traumaversogung stellten.
Die RUD-Gruppe der Malteser-Schule stand für die praktischen Trainingsszenarien zur Verfügung und sorgte für den nötigen Realismus bei den Übungen.
Die Instruktoren von ITLS kamen aus Greifswald, Würzburg, Sylt, Braunschweig, dem Emsland und Oldenburg, um die Teilnehmer zu unterrichten.
In den Feedbackrunden wurde das Zeitmanagement sehr positiv erwähnt und alle waren sehr  zufrieden mit dem Kursverlauf.  Insgesamt eine runde Sache, mit vielen Anteilen für die Realität.

Am 26./27.10.2013 fand dann in der Bildungsstätte des BAYERISCHES ROTES KREUZ in SCHWABEN  ein weiterer Advanced - Kurs mit 17 Teilnehmern statt. Die Teilnehmer kamen aus verschiedenen bayerischen RD- Bereichen, wie z.B. aus Landshut, Aschaffenburg, München, Würzburg und Krumbach.
Weiterhin wurde die Teilnehmergruppe durch eine große Delegation aus Südtirol erweitert. Die Südtiroler  Teilnehmer kamen aus dem klinischen sowie präklinischen Bereich und auch von der südtiroler Bergrettung-Soccorso Alpino.
Durch diese bunte Truppe ergab sich eine interessante Mischung aus ärztlichen und nichtärztlichen Kollegen mit den Erfahrungen aus dem klinischen Bereich und den Rettungsassistenten  und Bergrettern mit ihren Erfahrungen der präklinischen Versorgung.
Alle Teilnehmer  brachten sich aktiv im Kurs ein, waren bereit, sich der psychischen und auch physischen Herausforderung in den praktischen Skills zu stellen und absolvierten den Kurs mit vollem Erfolg!
Das Notfalldarstellungsteam aus Augsburg forderte durch die, wie immer hervorragende Arbeit, die Teilnehmer im Umgang mit den kritischen Traumasituationen heraus.